Visionär ? Nein: ökonomisch gedacht. Auch das kann weiterführen.

“Auf lange Sicht sind Brennstoffe, insbesondere Kohle, eben nicht mehr unsere Basis.”

 

Thuisko von Metzsch,

Aufsichtsratsvorsitzender der Franz Haniel & Cie.GmbH

1961

Zwischen Menschen und ihren Welten: ein Perspektivenwechsel

Vor kurzem schrieb mir eine Frau:

“Zwischen unseren Welten liegen ganze Welten.

Aber genau deshalb finde ich den Austausch mit Ihnen sehr spannend.

Perspektivenwechsel in jede Richtung empfinde ich als anregend…”

 

Wenn ich diese Botschaft auf den politischen Diskurs in unserer Gesellschaft ansetze, dann fallen mir spontan

mehrere  “Perspektivenwechsel” ein:

- Wie wäre es , wenn ein “im Beruf stehender” sich in einen Schüler der Freitagsdemos hineindenken würde, die Perspektive wechseln würde, nur für einen Moment, um dann wieder in seine “Welt” zurückzukehren?

- Hat sich Frau Kramp-Karrenbauer bei ihrer Entscheidung, Verteidigungsministerin zu werden, einmal in die Position ihrer Parteifreunde in den östlichen Bundesländern hineinversetzt, die dringend der Unterstützung bedürfen, um bei den anstehenden Wahlen nicht noch mehr Boden gegenüber der AfD  zu verlieren? Hat sie nicht umgekehrt einmal darüber nachgedacht, daß die bundesrepublikanische Gesellschaft mehr von innen nach innen verteidigt werden muß, und nicht am Ural oder Hindukusch?

Was ist so schwer an einem Perspektivenwechsel?

Er kostet nichts, nur ein paar Minuten des Denkens und des Einfühlens.

Und… danach kann man in seine “eigene Welt” wieder zurückkehren.

Die politische Unmoral der Bundeskanzlerin

“Wir lassen die Waffenexporte prüfen….” Sagt Frau Merkel nach Bekanntgabe des Mordes an einem saudi-arabischen Journalisten.

 

“Saudi-Arabien spielt mit seiner gewichtigen Stimme in der arabischen Liga und im Golfkooperationsrat eine Schlüsselrolle für Sicherheit in der von Krisen geprägten Region.

Sicherheit und Stabilität gehören zu den erklärten außenpolitischen Prioritäten Saudi-Arabiens.” (Erklärung der Bundeskanzlerin im Mai 2015.)

Sagte  Frau Merkel in den letzten Jahren etwas zu den getöteten Menschen im Jemen, angesichts der führenden Funktion von Saudi-Arabien und der Verwendung deutscher Kriegswaffen?

Kunstgenuß

kunst auf dem Teller Das Dessert genossen, danach mit der Gabel gespielt.

Vilnius 2018.

Das Semikolon ( der Strich-Punkt ); was sagte Adorno dazu ?

“…Er ( Adorno verweist auf Theodor Haecker) erschrak mit Recht darüber, daß das Semikolon ausstirbt: er erkannte darin, daß keiner mehr eine Periode ( einen langen Schachtelsatz) schreiben kann.

Dazu gehört die Furcht vor seitenlangen Abschnitten, die vom Markt erzeugt ward; von dem Kunden, der sich nicht anstrengen will und dem erst die Redakteure und dann die Schriftsteller sich anpaßten. Durch das Opfer der Periode wird der Gedanke kurzatmig.

Mit dem Verlust des Semikolons fängt es an, mit der Ratifizierung des Schwachsinns hört es auf.”

 

Meine Anmerkung: Wie kann ein visionärer Gedanke sich auf Twitter ausbreiten? Wo hat hier die Erklärung des Faktischen seinen Raum.

VW wird eine software-Schmiede

…so der Vorstandsvorsitzende Diess in einem Interview mit dem Handelsblatt im August 2018.

 

Nun, vielleicht meint Diess, der Konzern könne wie schon der antike griechische Philosoph Pythagoras bei einer Schmiede mit Hilfe der verschiedenen Tonhöhen der Schmiedehämmer die theoretischen Grundlagen der neuen Mobilität ( bei Pythagoras soll es die theoretische Grundlage der Musik gewesen sein) finden.

Zumindest scheint der Amboss ein häufig genutztes Werkinstrument bei VW zu sein: ideal für das Zerschlagen von Vertrauen…….

Bill Ford, Vorstandsvorsitzender von FORD: Das private Auto sei kein geeignetes Mittel, um die individuellen Mobilitätsbedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung zu erfüllen

…Der Urenkel von Henry Ford befürchtet schon, daß sich seine Mitarbeiter bald dafür entschuldigen müssen, für einen Automobilhersteller zu arbeiten.

Je länger er darüber nachdenke, desto mehr erinnere ihn die eigene Branche an die Tabakindustrie.

 

( nach WELT am Sonntag, 19.3.2017 )

Die Verzerrung der Welt – oder das Weltbild nach Gerhard Mercator

Gerhard Mercator wird für seine Arbeit, erstmals komplett alle Regionen der Welt auf eine zweidimensionale Fläche zu bringen, geschätzt.

Seit mehr als 500 Jahren beugen wir uns über die Weltkarten und erfreuen uns als Europäer der Größe unseres Kontinents.

Wir gehen davon aus, daß die Vermessung der Welt vollzogen ist, daß die Entfernungen definiert sind, und daß diese unsere Welt in ihren Proportionen auch den Machtverhältnissen, auch der Bedeutungsschwere eines Landes entspricht.

 

So haben wir uns daran gewöhnt, daß auf den Karten Grönland rießig erscheint, und Indien mehr oder weniger ein Zipfel südlich von China ist.

Wozu hat das geführt ?

In einem Essay für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (14.9.2014) schreibt Pankaj Mishra:

“Der Trick der Mercator-Projektion, der darin besteht, Europa auf der Landkarte größer darzustellen, als es in Wirklichkeit ist, verschleierte auch die vielen klassenspezifischen, religiösen und regionalen Diskontinuitäten der Welt außerhalb Europas.”

 

Eine Verzerrung auch des  Denkens? Die alltägliche Ansicht der Welt mit Europa als Mittelpunkt, mit Afrika , als dem Kontinent, der, angedockt an Europa, nach “unten fällt”?

Eine Ansicht der Türkei mit der Anmaßung, daß durch zwei Brücken die Türkei zu Europa gehört, auch wenn der Großteil dieses Staates auf asiatischem Boden ist ?

Und wird Europa in seiner künstlichen Homogenität gegen Nachbarstaaten abgegrenzt, da nach 1945 doch mehr Kriege in dem jetzigen Einflußbereich der EU stattfanden, als in den Nachbarstaaten ?

Es wäre an der Zeit, die Kartographie desDenkens zu überarbeiten.

Denn ein Europa, das sich auf der Weltkarte als “Appendix” der Kontinente Asien und Afrika sieht, wird die geforderten Milliarden für eine Erhöhung des Militärhaushaltes eher zukunftsorientiert in Diplomatie, Kooperationen, Hilfestellungen und wirtschaftliches Know-How investieren.

 

Zur neuen Kartographie:  Hajime Narukawa:  www.autograph.com

 

 

 

Miteinander sprechen…

Ich habe den Beitrag von Thea Dorn im Handelsblatt vom 19.Januar 2017 hier eingestellt, und hätte mir gewünscht, Bundespräsident Gauck hätte in seiner Abschiedsrede nur annähernd intensive Worte des Aufeinanderzugehens gefunden.

Die Sätze von Thea Dorn bedürfen keiner Unterstreichung durch Bilder.

So habe ich ihren Beitrag als Text eingestellt, mit einigen Hervorhebungen durch mich, und im Nachgang im Original-Layout des Handelsblatt.

 

Thea Dorn ….Text

 

Thea Dorn ….Original-Layout im HANDELSBLATT

 

Winterimpressionen,

0032_29 0026_22

 

 

 

 

 

 

Romy im Schnee, Nikon , analog, unbearbeitet.

Fotos: Horst G. Weller

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